Über uns - die Chronik

Die freiwillige Feuerwehr in Thiersee wurde am 26. Oktober 1902 gegründet.


Zunächst soll darauf hingewiesen werden, in welcher Art und Weise man sich in Thiersee nach einem erfolgten Brande aus der Not geholfen hat:
Die zu sehr ausgedehnte Gemeinde konnte einem Unglücklichen keine sofortige Hilfe versprechen und musste somit auf andere Art seine Not zu lindern suchen.


So haben z.B. all jene, welche vom Unglück verschont geblieben sind, zusammengeholfen um den Unglücklichen zu helfen.
Es kann nicht selten vor, dass ein armer Bauer durch ein Unglück wohlhabender wurde.
Diese Ursache hat viel dazu beigetragen, die neugegründete Feuerwehr an ihrer Entwicklung gewaltig zu hemmen.
Die Thierseer haben bisher noch nie Not gelitten, darum konnten sie den Nutzen dieser Vereinigung nicht auf den ersten Blick erkennen.


Es wurden in der ersten Zeit des Bestandes Übungen abgehalten, jedoch war die Übungsbeteiligung sehr schwach. Das Beste aus dieser Zeit war die Schaffung einer würdigen Unterbringung für die Löschgeräte und die Spritzenhütte beim Pfarrhof wurde umgebaut.
Der erste Obmann der Feuerwehr, Ludwig Juffinger von Ankirchen, bemühte sich die Feuerwehrmitglieder zu reger Tätigkeit aufzufordern und zu organisieren. Doch die Übungsbeteiligung der entlegenen Fraktionen ließ noch zu Wünschen übrig.


Am 10. Oktober 1905 wurden aus der Feuerwehrkasse für Hinterthiersee eine zweirädrige Abbrotzspritze und eine Kiste Schläuche erworben und beim Mesner in Hinterthiersee einstweilen eingestellt.
Im Laufe des darauffolgenden Jahres (1906) baute man 2 Wasserbehälter, einen in Vorderthiersee (in der Nähe des Schießstandes) und einen in Hinterthiersee (im Unterbichler Feld, in der „Gmoa“), da die Feuerwehrkasse nicht mehr reichte, solche Bauten zu finanzieren, musste Unterstützung aus der Gemeindekasse angefordert werden.

Hier sei noch bemerkt, dass am 5. Jänner 1906 zu Hintergrub ein Kaminbrand ausbrach, bei welcher Gelegenheit die neue Spritze zum Ersten mal zur Anwendung kam und sich vorzüglich bewährte. Der Wassertrog lieferte die genügende Menge an Löschwasser.
Am 23. Oktober 1906 brach beim Schmied im Tal ein Kaminbrand aus. Dem Hauspersonal wäre es unmöglich gewesen, ohne Hydranten das Haus zu löschen. Den Kamin ließ man ausbrennen, das Dach bespritzte man ständig mit Löschwasser aus dem Hydranten.
Zum Brand zu Hintergrub ist zu bemerken, dass niemand imstande war, die neue Spritze in Betrieb zu nehmen, so daß der Zeugwart Anton Pfluger (Schmied), verständigt werden mußte. Dieser Einsatz zeigte die Wichtigkeit der Übungen, welche in der Anfangszeit nicht gut besucht wurden.


Am 12. August 1923 rückte die Feuerwehr zu einem Brand aus, bei dem die neuen Glocken zum ersten Mal zur Alarmierung eingesetzt wurden.


Zu einem Zimmerbrand im Schmiedhäusl wurden wir am 15. September 1924 um 22:00 Uhr mit den Glocken alarmiert und es gelang in wenigen Minuten mit der Spritze den Brand, der sehr unheilvoll hätte werden können, zu löschen.
Ursache: Ein Mädchen ließ beim Bett eine Kerze brennen und schlief dabei ein. Bett und Bettstatt verbrannten und das Mädchen hätte längst mitverbrennen können, wenn es nicht rechtzeitig gerettet worden wäre!


Ein Raub der Flammen wurde am 4. Dezember 1930 das Messnerhäusl der Gemeinde Thiersee (Schulhaus). Es ist bis zu den Parterremauern niedergebrannt. 1. Stock war Holzwand mit Kalkverputz. Ausgerückt sind alle 4 Abteilungen mit der vorhandenen Motorspritze. Der Brand entstand in dem nördlichen Wohnhausgebäude, Stall und Holzschuppengebäude. Die Kuh verbrannte, Schwein und Hühner konnten gerettet werden. Beim Brand wurden 8 Feuerwehrmänner leichten Grades verletzt und von der Sanitätsmannschaft verbunden. Schaden am Gebäude 55.000 Schilling, am Mobilar 20.000 Schilling.


Am 26. Juli 1931 wurde auf Beschluss vom Landesfeuerwehrverband die Feuerwehr Thiersee in 4 Fraktionen aufgeteilt. Seit diesem Tag gibt es 4 eigenständige Feuerwehren: Hinterthiersee, Landl, Vorderthiersee und Mitterland.
Unsere erste Motorspritze (R8, Marke Rosenbauer) wurde am 25. April.1937 eingeweiht.


Als eine der letzten Feuerwehren Tirols bekamen auch wir am 11.Mai 1963 eine Alarmsirene. Diese wurde auf dem Dach des Gasthofs Neuwirt montiert.


Ein Erdrutsch, der unglaubliches Ausmaß annahm, suchte uns am Dienstag 10. November 1964 abends heim.
Durch Sirenenalarm musste auch unsere Wehr ausrücken, die sogleich fahrbereit war. Sie stand bis 19. November morgens in pausenlosem Einsatz. Absperrdienst und Evakuierungsarbeiten waren die Hauptaufgaben unseres Zuges. Am Samstag wurden wir dann von Bundesheertruppen abgelöst, so dass wir alle wieder nach Hause fahren konnten.


Die neue Tragkraftspritze (Automatik 75 von VW) wurde samt Zusatzteile von der Firma Grassmair aus Innsbruck am 15. Juni 1973 geliefert.


Im Mai 1974 erhielten wir von der Gemeinde und dem Bezirksverband Kufstein einen neuen Einachsanhänger zur Unterbringung unserer Gerätschaften. Leider mussten wir feststellen, dass dieser außer einer Feststellbremse keine weiteren Vorzüge aufwies.


Am 27. Mai 1977 erhielten wir unser erstes eigenes Fahrzeug, einen Landrover. Bis dahin mussten wir unseren Anhänger mit dem Unimog der Straßenmeisterei chauffieren.


Im September 1978 wurde unsere Wehr mit einer Heulanze ausgestattet, mit welcher innerhalb von drei Wochen elf Bauernhöfe und 36 Heustöcke überprüft werden konnten. Diese wurde nach zehn Jahren durch eine, von der Tiroler Versicherung dankenswerterweise zur Verfügung gestellten, neuen Heulanze abgelöst.


Am 19.08.1981 erfolgte der Spatenstich zum Neubau unseres Gerätehauses, welches am 18.07.1982 durch Pater Josef Gruber geweiht wurde.


Unser erstes Notstromaggregat wurde im Juni 1990 geliefert.
Seit November 1997 verfügt auch unsere Wehr über 3 Atemschutzgeräte der Firma Dräger.
Im Frühjahr 2003 wurde unser Landrover samt Anhänger durch ein KLF- A Marke Mercedes Sprinter ersetzt.


Im Jahr 2006 wurde das Gerätehaus umgebaut. Ein neuer Kameradschaftsraum und Schulungsraum wurde eingerichtet und ein eigener Kommandoraum installiert.


Im Oktober 2009 finanzierte die FF Hinterthiersee zur Gänze aus Eigenmittel einen VW Bus, der als MTF seine Funktion im Feuerwehrfuhrpark erfüllt. Dieses Fahrzeug wurde im Frühjahr 2016 durch einen VW Bus T5 mit Allrad ersetzt.

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